 |
|
 |
 |
 |
| |
|
|
| |
Geschichte |
|
 |
|
 |
| |
Aus: "Der Hund",
Erik Zimen
Die älteste heute bekannte Darstellung offensichtilich gezüchteter
Hunde ist auf einem bemalten Krug aus dem Ende des 4.Jahrtausend v.Chr.
abgebildet. Ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Mann führt darauf
vier gleich aussehnde Hunde an der Leine. Die Tiere sindhochbeinig
mit einem ausgeprägten Brustkorb, sie haben stehende Ohren, eine
lange, schmale Schnauze und einen kurzen Ringelschwanz. Die Zeichnung
ist recht einfach, aber der Typus des Hunde ist schon erkennbar: Es
sind Windhunde, sogenannte Tesems.
Dieser Hundetyp war vermutlich in den Trockengebieten Nordafrikas
und Asiens weit verbreitet. Auf vielen Felszeichnungen im Inneren
der Sahara sind Jagdszenen mit silchen Hunden abgebildet. Auch in
Mesopotamien traten sie auf, wo sie ebenfalls zuerst noch stehende
Ohren, aber keinen Ringel-, sondern einen langen, rattenähnlichen
Schwanz haben. Anderswo bildeten sich frühzeitig weitere lokale
Sonderformen aus wie der berühmte Sloughi der Berber, der Saluki
im persischen Raum oder der Afghane in Afghanistan. Auf alten felseinritzungen
in der Grotte von Balkh in der Nähe der antikenStadt Baktra im
heutigen Afghanistan lassen sich dem modernen Afghanen sehr ähnliche
Hunde schon deutlich erkennen. Sie wurden ebenfalls vor etwa 4000
Jahren abgebildet. Später treten ähnliche Hunde in jeweils
abgeänderter Form oder größe auch auf Kreta, in griechenland,
Rom, Indien und China auf.
Hauptsächlich werden sie zur Jagd verwendet. Es sind Sichtjäger,
die bevorzugt in einer offenen Landschaft das Wild über weite
Strecken hetzen und schließlich stellen, bis der Jäger
kommt und es töten kann. Bei kleinen Beutetieren wie Hasen und
Gazellen sollen die Hunde sogar selbst töten. Noch heute wird
von Jagden berichtet, auf denen die Beduinen ihre Hunde im Sattel
vor sich mitreiten lassen. Haben sie ein geeignetes Beutetier entdeckt,
verfolgen sie es auf dem Pferd und lassen die Hunde erst dann zu Boden,
wenn sie annehmen, daß das fliehende Tier den Hunden nicht mehr
entkommen kann.
Ob alle diese Hunde letztlich von den ersten Tesems in Ägypten
oder den Windhunden Mesopotamiens abstammen, ist unsicher. Es ist
eher wahrscheinlich, daß parallel zu der Entwicklung im nordafrikanisch-vorderasiatischen
Raum auch in Indien und in China völlig unabhängig voneinander
windhundähnliche Hunde entstanden sind. Die Abstammung unserer
heutigen Windhunde ist daher nur schwer rekonstruierbar. Sicher ist
aber, daß diese Hunde zu den ältesten vom Menschen gezüchteten
Haustierrassen gehören.
|
|
| |
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
 |