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Maria & Frank Hofmann-Manitz
Whippets für Schönheit und Leistung
 
 


     
  Geschichte  
 
  Aus: "Der Hund", Erik Zimen

Die älteste heute bekannte Darstellung offensichtilich gezüchteter Hunde ist auf einem bemalten Krug aus dem Ende des 4.Jahrtausend v.Chr. abgebildet. Ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Mann führt darauf vier gleich aussehnde Hunde an der Leine. Die Tiere sindhochbeinig mit einem ausgeprägten Brustkorb, sie haben stehende Ohren, eine lange, schmale Schnauze und einen kurzen Ringelschwanz. Die Zeichnung ist recht einfach, aber der Typus des Hunde ist schon erkennbar: Es sind Windhunde, sogenannte Tesems.

Dieser Hundetyp war vermutlich in den Trockengebieten Nordafrikas und Asiens weit verbreitet. Auf vielen Felszeichnungen im Inneren der Sahara sind Jagdszenen mit silchen Hunden abgebildet. Auch in Mesopotamien traten sie auf, wo sie ebenfalls zuerst noch stehende Ohren, aber keinen Ringel-, sondern einen langen, rattenähnlichen Schwanz haben. Anderswo bildeten sich frühzeitig weitere lokale Sonderformen aus wie der berühmte Sloughi der Berber, der Saluki im persischen Raum oder der Afghane in Afghanistan. Auf alten felseinritzungen in der Grotte von Balkh in der Nähe der antikenStadt Baktra im heutigen Afghanistan lassen sich dem modernen Afghanen sehr ähnliche Hunde schon deutlich erkennen. Sie wurden ebenfalls vor etwa 4000 Jahren abgebildet. Später treten ähnliche Hunde in jeweils abgeänderter Form oder größe auch auf Kreta, in griechenland, Rom, Indien und China auf.

Hauptsächlich werden sie zur Jagd verwendet. Es sind Sichtjäger, die bevorzugt in einer offenen Landschaft das Wild über weite Strecken hetzen und schließlich stellen, bis der Jäger kommt und es töten kann. Bei kleinen Beutetieren wie Hasen und Gazellen sollen die Hunde sogar selbst töten. Noch heute wird von Jagden berichtet, auf denen die Beduinen ihre Hunde im Sattel vor sich mitreiten lassen. Haben sie ein geeignetes Beutetier entdeckt, verfolgen sie es auf dem Pferd und lassen die Hunde erst dann zu Boden, wenn sie annehmen, daß das fliehende Tier den Hunden nicht mehr entkommen kann.

Ob alle diese Hunde letztlich von den ersten Tesems in Ägypten oder den Windhunden Mesopotamiens abstammen, ist unsicher. Es ist eher wahrscheinlich, daß parallel zu der Entwicklung im nordafrikanisch-vorderasiatischen Raum auch in Indien und in China völlig unabhängig voneinander windhundähnliche Hunde entstanden sind. Die Abstammung unserer heutigen Windhunde ist daher nur schwer rekonstruierbar. Sicher ist aber, daß diese Hunde zu den ältesten vom Menschen gezüchteten Haustierrassen gehören.
 
     

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